Andor Nitsch

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Andor Nitsch (* [[]] [[]] in [[]]; † [[]] [[]] in [[]]), (Großlomnitz 21. 5. 1883 - 7. 5. 1976 Neusohl), Landwirt, Politiker, Volkstumspfleger. St: Landwirtsch. Lehranstalt Kaschau. Setzte sich 1900/25 für die Belange der dt. Bauern ein, wurde 1908 Obmannstellvertreter des "Zipser Land-wirtschaftl. Ver." u. gründete nach dessen Auflösung 1920 den "Bauernbund der dt. Landwirte in der Zips". Veranstaltete 1926 die "Dt. Land- u. forstwirtschaftl. Ausstellung" in Kesmark. Setzte sich seit 1908 als Mgl. der Kommunalverwaltung u. seit 1910 als Kommandant der Großlomnitzer Feuerwehr dafür ein, die Zipser Feuerwehren in der techn. Ausstattung auf den neuesten Stand zu bringen. 1914 Feuerwehrinspektor, 1920 Vors itz ender des Verbandes der dt. Feuerwehren in der Slowakei, 1924 Obmannstellvertreter de s d t. Reichsverbandes für Feuerw ehr- u. Rettung swese n in der CSR. Nach de m 1. Wel tkri eg wurde e r in die "große Poli tik" hinein gez ogen. 1925 wu rde er als Kand ida t der Zi pse r D t. Pa rtei f ür die Wa hl ins P rager Parlament aufgestellt u. im Wahlblock des Bundes der Landwirte, der Dt. Gewerbepartei u. der Ung. Nationalpartei als Abgeordneter gewählt, dem er bis 1938 angehörte. Er setzte sich zuerst für die Zipser Landwirtschaft u. den Fremdenverkehr in der Hohen Tatra ein, war mit Dr. M. Guhr (s. d.), Dr. Tibor Keler u. Gym.-Dir. K. Bruckner (s. d.) an den Verhandlungen mit der Prager Regierung beteiligt, die zur Anerkennung des ev. Gepräges des Kesmarker Gym. führten (1927). Obwohl die Zipser Dt. Partei 1935 Stimmen an die Karpatendt. Partei verlor, konnte er sein Mandat erhalten. Mit der Auflösung des Prager Parlaments 1938 endete auch seine polit. Tätigkeit, da er die nationalsozialist. Ideologie der Dt. Partei ablehnte. Deshalb hatte er bis 1945 manche Schikanen zu erleiden, worauf er sich 1945 bewußt der von der Dt. Partei u. der Dt. Wehrmacht angeordneten Evakuierung entzog, in der Hoffnung, als "Widerstandskämpfer" eingestuft zu werden. Er wurde zwar nicht ausgewiesen, aber enteignet u. von den neuen Machthabern in der Verwaltung der staatl. Kolchosen in Großlomnitz u. Topperz eingesetzt, bis er 1953 pensioniert wurde. Dann lebte er mit einer kümmerl. Pension mit seiner Frau in Großlomnitz, nach deren Tod bei seinem Sohn in Neusohl. Er wurde an der Seite seiner Frau auf dem Hunsdorfer Friedhof beigesetzt. Schrieb Leitartikel für die "Karpathen-Post". Förderer u. Finanzier der Zs. "Zipser Heimat". W: "Paul Weszter, der Gründer Weszterheims", 1943. (R) Hudak KJb 34/1983, S. 69 ff; Mtlg. Sauter. * Rudolf, R. & Ulreich, E. (1988) Karpatendeutsches biographisches Lexikon, Arbeitsgemeinschaft der Karpatendeutschen aus der Slowakei, Stuttgart, ISBN 3-927096-00-8, Preis: 10,00 €